AStA Wahlzeitung

Hier meine Antworten in der AStA Wahlzeitung. Einige Antworten wurden vom Redaktionsteam der AStA Wahlzeitung aus Platzgründen gekürzt.

Nachfolgend meine komplett ungekürzte Einreichung.

  1. Was liegt euch am <3?

Am Herzen liegen mir die Studierenden. Daher stelle ich die Anliegen der Studierenden auch in den Mittelpunkt meiner Arbeit. In den vergangenen Semestern konnte eine Verschlechterung der Bedingungen rund um die Rahmenprüfungsordnung (RPO) für die Studierenden festgestellt werden. Dies führt zu unnötigen Exmatrikulationen, Studienzeitverlängerungen und schließlich auch zu Kosten, sowohl für die Studierenden als auch für die Universität. Regelungen aus den Vorjahren der RPO wurden immer weiter beschnitten und so ist die Flexibilität immer weiter eingeschränkt worden. Näheres habe ich unten in den Zielen aufgeführt.

In den vergangenen Semestern habe ich ehrenamtlich eine Beratung rund um das Thema Prüfungsrecht angeboten und sehr viel Kontakt mit Studierenden und ihren Problemen gehabt. Hierbei habe ich gemerkt, wie unflexibel und streng die Leuphana sein kann. Insbesondere habe ich auch durch Gerichtsverfahren erfahren, wie unfair die Leuphana „Nachtreten“ kann.

Mir liegt daher besonders am Herzen, die RPO zu Reformieren und mehr Flexibilität zu ermöglichen. Dafür ist meiner Ansicht nach, auf der einen Seite die Rückkehr zu alten Regelungen der RPO, als aber auch die Einführung von neuen Regeln notwendig. Diese Regeln sollen insbesondere dazu dienen, die Anspannungen und Versagensängste bei Dritt-Versuchen zu reduzieren.

In Lüneburg fällt außerdem auf, dass der Bedarf an Psychologischer Beratung, beispielsweise durch das Studentenwerk OstNiedersachsen sehr hoch ist und seit Jahren ansteigt, gerade im Vergleich zu anderen Standorten.

  1. Warum glaubt ihr, seid ihr die einzige Liste, die zu den Senatswahlen antreten wird? //bzw Warum werdet ihr nicht zu den Senatswahlen antreten? (diese Frage möchte ich auf jeden Fall von LHG und RCDS beantworten lassen)

Die Anliegen der Studierenden sind mir so wichtig, dass ich mich entschieden habe wegen einer RPO-Reform auch Alleine als Einzelkandidat anzutreten. Ich möchte damit zeigen, dass das Thema der RPO in meinem Mittelpunkt steht. Dafür stehe ich ein und suche die Unterstützung. Ich bin frei und unabhängig und habe kein bundespolitisches Parteibuch. Gerade die Parteiunabhängigkeit unterscheidet mich sehr zu der anderen Liste.

Ich finde es sehr bedauerlich, dass nicht mehr Einzelkandidaten oder Listen für die Wahl angetreten sind. Insbesondere vermisse ich die Fragmentierung und stehe für eine Meinungspluralität ein. Gleichzeitig kann ich aber auch verstehen, dass viele Studierende durch ein engmaschiges Studium und der Finanzierung des Lebensunterhalts und Studiums keine Zeit für ein ehrenamtliches Engagement in der Hochschulpolitik finden.

  1. Welche anderen Hochschulpolitischen Institutionen wollt ihr nutzen, um eure Hopo-Ziele umzusetzen? 
  • Sehr enge Zusammenarbeit mit der anderen Liste im Senat um die Ziele zu erreichen.
  • Kontakt zu allen akademischen und studentischen Gremien.
  • Die Wiederbelebung der Idee einer Gemeinsamen Konferenz bzw. Treffen aller Studierenden, die Hochschulpolitisch aktiv sind. Gemeinsam lassen sich immer mehr Ziele erreichen.
  • Kontakt bzw. Nutzung von bundes- und landespolitischen Akteuren, die bereits mittels Gutachten oder Klagen rechtliche Grundlagen geschaffen haben, die bei einer RPO-Reform Berücksichtigung finden sollten.
  1. Warum ist es wichtig, im Senat aktiv mitzuwirken?

Der Senat ist das höchste legislative Organ der akademischen Selbstverwaltung der Leuphana. Ich denke hier in der Wahlzeitung sollte die Zusammensetzung und Kompetenzen im Allgemeinen Teil dargestellt werden. Ansonsten verweise ich auf die Leuphana Webseite und die Grundordnung der Leuphana sowie die Geschäftsordnung des Senats.

Im Senat sind alle vier Statusgruppen an der Leuphana vertreten (Professoren, Wissenschaftliche Mitarbeitende, Mitarbeitende in Technik und Verwaltung, Studierende).

Der Senat gibt wichtige Weichenstellungen und beschließt die Rahmenprüfungsordnung. Ebenfalls werden die Zentralen Studienkommissionen (ZSK) durch den Senat besetzt sowie die Senatskommissionen. Die Statusgruppe der Studierenden stellt personell den größten Anteil da, dabei dürfen Studierende nicht als Kunden gesehen werden, sondern als Mitglieder der Hochschule. Daher sollte ihre Stimme auch immer aktiv wahrgenommen und gehört werden.

  1. Was konnte durch Studis bisher schon im Senat bewirkt werden?

Ich denke, hier mangelt es an Öffentlichkeitsarbeit, um auf die Ziele hinzuweisen, die Studierende im Senat erreicht haben. Hochschulpolitisch Aktive können hier einige Punkte aufzählen, aber ein Großteil der Studierenden kann es leider nicht. Auch kann ich mich an keine Berichte der Studierenden aus dem Senat erinnern, die über ihre Arbeit und aktuelle Themen aus dem Senat berichten. Ein Punkt, den ich für meine Arbeit gerne anders angehen möchte und regelmäßig Informationen verbreiten werde.

Um einige Stichpunkte zu nennen: Beirat zum Stiftungsrat mit Studentischem Mitglied; Findungskommission mit Studentischem Mitglied für den Hauptamtlichen Vizepräsidenten; Einführung der vorlesungsfreien Reflexionswoche vor der ersten Klausurenphase; und so weiter…

  1. Was wollt ihr in Zukunft bewirken? (3 Highlights)
  1. An- und Abmeldung von allen Klausuren fünf Werktage vor der Klausur.
  2. Einführung eines „Viert-Versuchs“ – Nach drei nicht bestandenen Prüfungsleistungen soll es die Möglichkeit eines „Viert-Versuchs“ geben, der in einer anderen Prüfungsform stattfindet.
  3. Jede Prüfungsleistung wird jedes Semester auch ohne dazugehörige Vorlesung angeboten.
  4. Akzeptanz des „gelben Scheins“ als Krankmeldung für Prüfungen – keine ausführlichen Atteste mehr.

Zu 1) Die derzeitige Rahmenprüfungsordnung (RPO) verpflichtet die Studierenden, sich einen Monat nach Vorlesungsbeginn auf die Prüfungsleistungen, die im Semester absolviert werden sollen und sowie den Termin (Erste oder zweite Klausurenphase) anzumelden. Vor Jahren war dies an der Leuphana anders, damals konnten sich Studierende bis zu fünf Werktage vor dem Termin anmelden. Weiterhin soll auch an dem Konzept festgehalten werden, sich ohne Grund bis zu fünf Werktage von der Klausur abzumelden.

Die Prüfungsform „Kombinierte Wissenschaftliche Arbeit“ stellt eine Sonderform dar, da diese fest mit dem Lehr- und Lernkonzept der Veranstaltung verbunden ist. Daher sollen die Anmeldemodalitäten beibehalten werden. Ein Rücktritt soll jedoch bis 60 Tage nach Vorlesungsbeginn möglich sein.

Zu 2) Viele Hochschulen haben das Drei-Versuche-System, früher hatte die Leuphana das Bonus-Malus-Punkte System was rechnerisch ungefähr 12 Fehlversuche insgesamt im Studium umfasste.

Einige Hochschulen haben Regelungen getroffen nach einem nicht bestandenen Dritt-Versuch eine mündliche Prüfung als „Viert-Versuch“ zu unternehmen. Die Leuphana sollte auch einen solchen „Viert-Versuch“ einführen, dabei sollte die Prüfungsform auch eine andere als die bisherige Prüfungsform möglich sein. Beispielsweise wenn immer eine Klausur stattfindet, sollte eine Mündliche Prüfung, Präsentation, Portfolio-Prüfung, Hausarbeit oder andere Prüfungsform angeboten werden.

Die Konsequenzen einer Exmatrikulation aufgrund von einer endgültig nicht bestandenen Prüfung sind auf der einen Seite für die Studierenden hart und können zu gesundheitlichen Problemen wie Depressionen führen. Und auf der anderen Seite die Kosten der Gemeinschaft, wenn Studierende mit mehreren Semestern Studium an einem Modul scheitert, obwohl das Ende des Studiums fast erreicht ist.

Zu 3) Das Konzept der Leuphana sieht viele Lehrveranstaltungen nur im jährlichen Rhythmus vor. Studierende, die in einem Semester nicht das Modul bestanden haben, müssen ein Jahr warten bis wieder die Prüfungen angeboten werden. Dies führt oftmals zu Studienzeitverlängerungen, die unökonomisch sind.

Daher sollen in Zukunft Klausuren oder andere Prüfungsleistungen gerade in viel belegten Modulen jedes Semester angeboten werden. Somit haben die Studierenden die Möglichkeit, jedes Semester zwei Termine für eine Klausur bzw. Prüfungsleistung angeboten zu bekommen.

Zu 4) Für eine Krankschreibung bei einer Prüfungsleistung verlangt die Leuphana ein ärztliches Attest. Dieses Attest ist eine privatärztliche Leistung und wird oft vom Arzt mit Gebühren im Rahmen von 10-30 Euro belegt. Außerdem stellt es einen Eingriff in die Privatsphäre da, da die gesundheitliche Beeinträchtigung schriftlich attestiert werden muss.

Arbeitnehmer legen ihrem Arbeitgeber einen „gelben Schein“ vor, der eine Kassenleistung darstellt und kostenfrei ist. Dieser enthält auch keinerlei Diagnosen und Beeinträchtigungen, sondern lediglich Feststellung der Arbeitsunfähigkeit mit Datum und voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit. Dieses sollte der Leuphana auch ausreichen um die Prüfungsunfähigkeit festzustellen und keine näheren Auskünfte.

  1. Warum sollte man euch wählen? (3 Highlights)
  1. Für eine RPO-Reform
  2. Meine Energie und Erfahrung für dieses Thema
  3. Meine Unabhängigkeit

 

  1. Was unterscheidet die Arbeit im Senat von der Arbeit im StuPa?

Das StuPa besteht nur aus Studierenden. Im Senat gibt es vier Statusgruppen, die Professoren, das wissenschaftliche Personal, die Mitarbeitenden in Technik und Verwaltung sowie die Studierenden. Dabei liegt die Mehrheit gemäß dem BVerfG Urteil bei der Statusgruppe der Professoren. Ich denke hier ist für Anliegen der Studierenden mehr Überzeugungsarbeit nötig, um die Ziele erreichen zu können. Dabei müssen alle Statusgruppen mitgenommen werden. Senatssitzungen sind auch wesentlich formaler und strukturierter, um Ziele zu erreichen werden auch Vorgespräche nötig sein.

  1. Warum machst DU Hochschulpolitik? (Antwort von einzelnen Personen (gerne mit Name und Bild, muss aber nicht), um authentisch zu sein 😛 Egal, ob Senatswahl oder nicht)

Ich stehe für eine pragmatische Hochschulpolitik, die sich jenseits von parteipolitischen Zwängen allein an den Interessen der Studierenden orientiert. Ich bin für einen offenen Meinungs- und Ideenaustausch.

In den vergangenen Semestern habe ich gemerkt, wie sehr sich die Studienbedingungen an der Leuphana geändert haben. Dabei sind immer mehr neue Regelungen eingeführt worden, die sich gegen die Studierenden richten. Die Flexibilität und die Freiheiten der Studierenden hinsichtlich Prüfungen haben deutlich abgenommen. Gerade durch die Beratungen hinsichtlich Prüfungsrecht die ich in der Vergangenheit ehrenamtlich durchgeführt habe, haben dies bestätigt. Viele Studierende sind mit ihren Problemen zu mir gekommen, die durch die strengere RPO entstanden sind. Dabei sind endgültig nicht bestandene Prüfungen und Studienzeitverlängerungen für den einzelnen sehr ärgerlich. Auch wenn Studierende unnötig Gebühren für ein ärztliches Attest bezahlen, ist die eine zusätzliche finanzielle Belastung.

Durch meine bisherige Arbeit im Hochschulpolitischen Bereich auf der Lokalen, Landes und Bundesebene habe ich sehr gute Erfahrung sammeln können. In den vergangenen zwei Jahren hatte ich jedoch andere Herausforderungen, weshalb mein Engagement kürzer wurde. Nun habe ich die Probleme an der Leuphana hinsichtlich der RPO gesehen, analysiert und Lösungen entwickelt. Gerade mein Einblick durch meine berufliche Tätigkeit an anderen Hochschulen haben mir die Augen geöffnet, wie gut andere Hochschulen Regelungen für Studierende getroffen haben, die sich hier auch an der Leuphana umsetzen lassen.

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